Security Management · Berechtigungsmanagement

Wer darf was — und warum? Die Antwort, bevor der Auditor fragt.

Das Modul führt nicht einfach eine Liste von Zugriffen. Es trennt, was jemandem über seine Rolle zusteht, von dem, was ihm tatsächlich erteilt ist — jedes Recht mit Datum, Erteiler und Begründung. Die Differenz ist der Befund, nach dem ein Audit zuerst sucht. Hier steht er oben auf der Liste.

Drei Wege zum Berechtigungsnachweis

Ein Berechtigungskonzept und seine regelmäßige Überprüfung verlangt fast jedes Audit. Wie man den Nachweis führt, entscheidet darüber, ob er beim nächsten Mal noch stimmt.

Weg 1

Die Berechtigungsliste in Excel

  • Schnell angelegt — aber wer hat das Recht wann erteilt, und warum?
  • Keine Historie: Was im März galt, ist im Oktober überschrieben
  • Rechte ausgeschiedener Mitarbeiter fallen erst im Audit auf
Weg 2

Die Identity-Governance-Suite

  • Provisioniert automatisch — und braucht dafür Schnittstellen zu jedem System
  • Die Einführung ist ein Projekt über Monate
  • Für viele Häuser mehr Werkzeug, als die Frage verlangt
Weg 3

Dieses Modul

  • Führt das Soll nachweisfähig, mit Datum, Erteiler und Begründung
  • Gleicht mit dem Ist aus Ihren Verzeichnisexporten ab
  • Greift nicht in Ihre Systeme ein — eingerichtet wird dort, wie bisher

Der Grundgedanke

Was jemandem zusteht, und was er hat

Zwei Dinge, die in der Praxis ständig durcheinandergeraten. Das Modul hält sie auseinander — und macht damit sichtbar, wo sie auseinanderfallen.

Was zustehtergibt sich aus der Rolle.

Hinter jeder organisatorischen Rolle steht ein Bündel von Systemrollen und Rechten, dazu das, was sie über die Hierarchie erbt. Das ist ihre Schablone: ein Vorschlag an den, der vergibt — keine Erteilung.

Was jemand hatentsteht nur durch Erteilung.

Je Person und je Recht eine eigene Handlung, mit Datum und Erteiler. Weder die Rolle noch das Bündel erteilt von selbst ein Recht. Genau daran steht oder fällt das Modell.

Von der Rolle zum erteilten RechtAufbauorganisatorische und funktionale Rollen stellen über Bündel Rechte je System zur Auswahl. Zusammen mit geerbten Rechten ergibt das die Schablone. Aus ihr wird ausgewählt und erteilt. Rechte außerhalb der Schablone werden einzeln mit Begründung erteilt. Träger — Beschäftigte und technische Konten — erhalten die erteilten Rechte. Die Linie von der Person zur Rolle legt nur fest, welche Schablone gilt; sie führt nicht zum Recht.Organisatorische RollenRechte je SystemWas zur Auswahl stehtWas jemand hatAufbauorganisatorischLeitung, Mitarbeit — in einer EinheitFunktionalbestellt — ohne EinheitSystem 1Systemrollen, RechteSystem 2Systemrollen, RechteSystem 3Systemrollen, RechteSystem 4Systemrollen, RechteSystem 5Systemrollen, RechteBündelSchabloneBündel und geerbte Rechteein Vorschlag, keine ErteilungAuswahlErteilte Rechteje Person und je Rechtmit Datum und ErteilerRecht außerhalb der Schabloneeinzeln erteilt — Begründung PflichtTrägerBeschäftigte, technische Kontengehört dazu — legt fest, welche Schablone gilt; erteilt nichts
Die Linie von der Person zur Rolle führt nicht zum Recht. Sie läuft unten herum, weil sie nicht auf dem Weg dorthin liegt.
Rolle → Recht

steht zur Auswahl

Welche Rechte eine organisatorische Rolle anbietet. Ein Angebot, keine Erteilung — niemand hat dadurch etwas.

Person → Rolle

gehört dazu

Wer welche Rolle trägt. Legt fest, welche Auswahl für jemanden gilt — Rechte gibt auch das noch keine.

Person → Recht

ist erteilt

Welches Recht jemandem tatsächlich erteilt ist, mit Datum und Erteiler. Nur hier bekommt jemand etwas.

Was am Ende dasteht

Der Nachweis, den ein Audit zu Zugriffssteuerung, Zugangsrechten und privilegierten Zugriffen verlangt — und die kurze Liste, mit der man anfängt.

Ein Berechtigungsregister

Als Excel-Datei: Bestand, Ableitung aus den Rollen, privilegierte Zugriffe und Erhebungen. Jede Zeile ein Recht mit Zeitraum, Erteiler, Begründung und Freigabe-Referenz — der Nachweis zu ISO 27001 A.5.15, A.5.18 und A.8.2.

Eine Befundliste

Abgelaufene Befristungen ohne Entzug, Rechte ausgeschiedener Mitarbeiter, laufende privilegierte Einzelrechte. Ein Schalter, und das Register zeigt nur noch das, worum man sich kümmern muss.

Kennzahlen, gerechnet statt geschätzt

Eine datierte, quittierte Erhebung ist formal die wiederkehrende Überprüfung der Zugriffsrechte. Damit lassen sich Rezertifizierungsquote und Deprovisionierungszeit erstmals ausrechnen — das Kennzahlen-Modul schlägt die Werte mit Herleitung vor, übernommen werden sie von Ihnen.

Konten je System, fürs Lizenzmanagement

Wie viele Personen und technische Konten an einem System ein Recht halten, steht im Asset-Register beim System. Mehrere Rechte derselben Person bleiben ein Konto — so, wie meist auch lizenziert wird.

Die Details, nach denen ein Prüfer fragt

Die meisten Berechtigungslisten scheitern nicht am Grundsatz, sondern an den Sonderfällen. Das Modul hat für jeden eine Regel.

Die FrageDie Antwort des Moduls
Was galt am 1. März?Über allem steht ein Stichtag. Er filtert nicht, er entscheidet, was an diesem Tag galt — die Vergangenheit ist dieselbe Ansicht, kein Sonderbericht.
Und wenn ein System umbenannt wurde?Die Namen von Recht und System werden bei der Erteilung festgehalten. Eine spätere Umbenennung verändert keinen alten Nachweis.
Erbt der Bereichsleiter alles?Nur, was geerbt werden soll. Privilegierte Rechte werden nie vererbt; wer sie braucht, bekommt sie einzeln und mit Begründung.
Wir sind eine Matrixorganisation.Eine Einheit darf mehrere übergeordnete haben. Ob über eine Verbindung vererbt wird, legen Sie je Verbindung fest — typischerweise disziplinarisch ja, fachlich nein.
Ersthelfer, Standorte, Auszubildende?Funktionale Rollen werden bestellt, gehören zu keiner Einheit und vererben nichts. Ihr Bündel lässt sich allen Zugehörigen in einem Zug erteilen.
Wem gehört das Servicekonto?Technische Konten erhalten Rechte auf demselben Weg wie Menschen — aber jedes braucht einen verantwortlichen Menschen.

Der Weg — sechs Schritte, ein Kreis danach

Die ersten drei sind Stammdaten und in beliebiger Reihenfolge zu erledigen. Meist liegen sie schon vor: im Organigramm, im Verzeichnisdienst, im Personalsystem.

1

Organisation aufnehmen

Einheiten aus dem Asset-Register übernehmen oder anlegen, Über- und Unterordnung eintragen, je Einheit die Rollen Leitung und Mitarbeit. Funktionale Rollen stehen in einer eigenen Liste.

2

Rechte erfassen

Je System die Systemrollen und Berechtigungen, am schnellsten per Import aus einem Verzeichnis- oder Systemexport. Der Name der AD-Gruppe steht gleich daneben, damit niemand zwischen zwei Benennungen übersetzen muss.

Privilegiert jetzt kennzeichnen, nicht später: Daran hängen Vererbungssperre, Befund und Kennzahl.

3

Menschen und Konten erfassen

Beschäftigte mit Eintritt, Austritt, Einheit und Beschäftigungsart — und getrennt davon die technischen Konten, jedes mit einem verantwortlichen Menschen.

4

Bündel pflegen

Je Rolle festlegen, welche Rechte sie zur Auswahl stellt — von der Rolle aus oder vom Recht aus.

Der Schritt, der sich auszahlt: Ein gepflegtes Bündel macht aus der Vergabe einen Klick je Rolle statt einen je Person und Recht.

5

Vergeben

Über die Matrix, wenn Sie von der Rolle her denken („dieses neue Recht bekommen alle im Einkauf“). Über die Personensicht, wenn Sie einen Namen im Kopf haben — bei Eintritt, Wechsel und Austritt. Was in keiner Schablone steht, wird einzeln erteilt; dort ist die Begründung Pflicht.

6

Abgleichen und übertragen

Den Stand aus dem Zielsystem einspielen und abgleichen. Und in die andere Richtung: den Soll-Stand als Arbeitsauftrag an die Administration geben.

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Danach: von vorn

Das ist kein Projekt mit Ende, sondern ein Kreislauf. Die Befundliste zeigt, wo er hakt.

Soll und Ist

Das Modul führt, was gelten soll. Gelten tut es woanders.

Eingerichtet wird im Zielsystem, mit dessen eigenem Werkzeug — wie bisher. Das Modul gibt den Auftrag hinaus und holt den tatsächlichen Stand wieder herein. Sie bestimmen, was beauftragt wird.

Berechtigungsmanagementwas gelten soll — Schablone, Zuweisung, Erteilung
Auftrag
Erhebung
Ihre Zielsystemewas tatsächlich gilt — Verzeichnisdienst, Fachanwendungen

Stand einfrieren

Der Bestand wird zu einem Zeitpunkt festgehalten, mit den Namen von damals. Ein herausgegebener Auftrag beauftragt so auch später noch genau das, was er beauftragt hat.

Auftrag erzeugen

Als Vollbestand oder als Unterschied zum letzten Stand: erteilen, was dazukam, entziehen, was wegfiel. Was gleich blieb, erzeugt keine Zeile.

Umfang am Auftrag

Welche Systeme, welche Personen — festgelegt am Auftrag, nicht als Filter der Ansicht. Sonst kann niemand sagen, ob ein Recht nicht beauftragt oder nicht umgesetzt wurde.

Herausgeben, zurückmelden

Als CSV oder JSON. Die Umsetzung wird für den ganzen Auftrag bestätigt, mit Datum, Person und Bemerkung.

Ein Auftrag ändert keine Erteilung und keine Kennzahl — er belegt eine Herausgabe. Was im Zielsystem wirklich gilt, sagt die nächste Erhebung: gemessen statt behauptet. Und eine Erhebung an einem System entzieht nur Rechte dieses Systems, nie die des ganzen Hauses.

Vier Sätze, die oft missverstanden werden

Jeder davon hat in der Praxis schon zu einer falschen Handlung geführt. Das Modul ist so gebaut, dass sie nicht mehr passiert.

Eine Rolle zu entziehen nimmt kein Recht weg.

Wer die Rolle entzieht, nimmt die Schablone — nicht die erteilten Rechte. Die laufen weiter, und zwar außerhalb jeder Schablone: genau der Befund, den ein Audit zuerst sucht.

Beim Austritt oder Wechsel beides tun. Die Vergabematrix nimmt Ihnen den zweiten Schritt in einem Klick ab.

Entziehen ist etwas anderes als entfernen.

Entziehen heißt: hat bestanden, endet jetzt — die Zeile bleibt im Nachweis. Entfernen heißt: hat nie bestanden — die Korrektur einer Fehleingabe.

Wer eine Fehleingabe entzieht, behauptet, die Person habe das Recht einen Tag lang gehabt.

Das Enddatum ist der letzte gültige Tag.

Ein heute entzogenes Recht gilt heute noch und ab morgen nicht mehr.

Eine Wiedererteilung darf trotzdem am selben Tag beginnen, etwa nach einem Fehlgriff.

„Nicht erteilt“ ist kein Verbot.

Eine leere Zelle heißt: Dieses Recht steht zur Auswahl und wurde nicht ausgewählt. Sie hat kein Datum, keine Begründung und keinen Entscheider.

Wer sie als Entzug oder Verstoß liest, erfindet eine Entscheidung, die niemand getroffen hat.

Allein nutzbar — und anschlussfähig

Allein

Als Teil von Security Management, mit dessen Fundament: Einheiten und Systeme stehen im Asset-Register und werden hier nicht noch einmal geführt. Befristungen und fällige Überprüfungen erscheinen im Fristenkalender.

Mit weiteren Modulen

Dasselbe System, an dem hier Rechte hängen, trägt dort seine Risiken, seine Verfügbarkeitsklasse und seinen Lieferanten. Und der Messplan liest den Prüfturnus privilegierter Rechte direkt von hier, statt ihn zu kopieren.

Mit der ISMS-Anwendung

Die Zugriffsrichtlinie legt fest, wie vergeben und überprüft wird — das Register belegt, dass es so geschieht. Beides aus einer Hand.

Drei Wege der Einführung

Selbstständig

Nur das Modul

Sie importieren Organisation, Rechte und Beschäftigte selbst. Geeignet, wenn die Exporte vorliegen und jemand intern das Thema treibt.

Mit Einrichtung

Modul mit Erstübernahme

Wir übernehmen Ihre Verzeichnis- und Personalexporte, bereiten die Rollen und Bündel mit Ihnen auf und gehen die ersten Befunde gemeinsam durch.

Begleitet

Mit begleiteter Rezertifizierung

Wir führen die wiederkehrende Überprüfung mit Ihnen durch — Erhebung, Abgleich, Befunde, Quittung — bis sie im Haus Routine ist.

Zeigen Sie uns einen Verzeichnisexport. Wir zeigen Ihnen die Befunde.

In der Demo spielen wir einen Ausschnitt ein — gern pseudonymisiert — und Sie sehen, was Ihr Bestand über Rollen, Rechte und ausgeschiedene Konten sagt.

Berechtigungsmanagement — der Nachweis, wer was darf und warum